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Psychiatrie - es geht auch positiv! (Uni-WÜ)

Persönliche Klinikerlebnisse, keine Empfehlungen.

Psychiatrie - es geht auch positiv! (Uni-WÜ)

Beitragvon Dendrit » 03 Okt 2006 16:48

Geschrieben Mittwoch, Juli 27, 2005 @ 19:34:17

Mein schönstes Klinik-Erlebnis

Eigentlich ein Paradoxum - welcher Aufenthalt in einer Klinik ist schon schön?! Man schrieb das Jahr 2002. Ende des Jahres war ich so fertig, dass ich meinem Epileptologen am WE gleich 2 Mails schrieb, obwohl ich wusste, dass er sie frühestens am Montag lesen würde. Gegen Mittag rief ich ihn an, weil ich wissen wollte, ob ich was einnehmen könne, damit die Schmerzen endlich aufhören. Hatte noch nicht gelesen, tat er während des Gesprächs. Ich könne nichts für die nächsten 3 Std. versprechen. Bild Danach sagte er, ich solle für ein paar Tage einen Koffer packen. Sofort in die Psychiatrie. Ob ich mich bei dem Psychiater melden soll, bei dem ich einmalig ambulant vorsprach? Ja. Er wollte sicher gehen, dass ich auch dort hinfahre. Ich würde ihn von dort anrufen, das sieht er ja am Display. Vom Zug abhängig, packte ich mein Zeug, versuchte den Streit mit einer Person zu "beenden", druckte der ihre Beschuldigungen und Beleidigungen aus und nahm sie mit. Ich weiß noch nicht mal warum. Ich las sie nicht einmal richtig, hauptsächlich überflogen. Also kreuzte ich in der Tagklinik

der Psychiatrie der Uni-Würzburg auf. Zur Sekretärin 'rein. Da fiel mir gerade noch ein, dass ich meinen Doc anrufen solle. Machte ich. Sie holte Unterlagen und ich solle mitkommen. Ich wunderte mich, dass wir nicht zur Tür des Arztes gingen, sondern ganz woanders. Treppen 'rauf. Eine Tür sperrte sie auf. Gang, in der zwei oder drei Zimmer waren, dann nochmals eine Tür. Irritiert nahm ich wahr, dass sie die aufgesperrte Tür wieder zuschloss, nicht einfach zuzog. Ist das eine Geschlossene? War mir egal. Ich solle mich setzen. Gut, ich setzte mich. Ein paar Leute gingen hin und her. Irgendwann fragte ein Arzt zum anderen etwas über mich. "Das ist bloß eine Freiwillige." Ach so, freiwillig bin ich also da. Bild Eine andere kam zum Arzt. Ich weiß nicht, wie lange ich dort saß, auch nicht die richtige Reihenfolge. Ich glaube, ein Arzt holte mich in sein Zimmer und redete was. Ich denk, da erfuhr ich, dass ich in der Geschlossenen bin. Noch wütend über die schrecklichen Mails fragte ich ihn, ob er das lesen wolle. - Wenn ich das möchte. - Klar, er soll gleich ein Bild von mir haben, wie "andere" über mich denken. Was ich beschreiben würde, wäre ja Eigenlob - was ja bekanntlich stinkt. Einige Tage später meinte er, er möchte mich kennenlernen, nicht was andere sagen. Da war ich baff - und es folgte eine "Identitätskrise".

Dann führte er mich ins Behandlungszimmer. Eine Sr. führte mich weiter zu einem Tisch im "Speisesaal". Hier sollte ich alles mögliche abgeben, was in einer Geschlossenen nichts zu suchen hat, und gleichzeitig wurde registriert, was ich in meinem "Tresor" behalten durfte (z.B. Geld, Ausweis). In dieser Zeit kam mir mal in den Sinn: ich und in einer Geschlossenen. Ganz kurz, wie meine Angehörigen das Auffassen würden - aber es war mir völlig egal und der Gedanke auch gleich wieder weg. Ich bekam Medikamente: L.o.r.a.z.e.p.a.m (T.a.v.o.r). Obwohl ich penetrant alles aufschreibe und abzuwägen versuche über die Verträglichkeit zu den Antiepileptika, war es mir auch völlig "wurscht". Irgendwann lag ich im Bett. Ich weiß aber nicht mehr, wie ich dorthin kam, ob noch ein Gespräch mit dem Psychiater war. Während ich mit der sedierenden Wirkung so halbwegs schlief, kam die Sr. nochmals her und erklärte mir irgendwas. Es handelte sich um einen Therapieplan, wie ich es später sah. Vom Abendessen und der Medikamenteneinnahme weiß ich auch nichts mehr. Lediglich von der Nachtschicht. Der Pfleger war locker, stellte sich kurz vor, hieß mich "willkommen", Puls und Temperatur messen (mit dem Gerät, das im Ohr misst), bekam von ihm meine Nachtmedikation (Antiepileptikum, Temazepam (Planum) und L.o.r.a.z.e.p.a.m. Ich weiß auch noch, dass ich mich ärgerte, dass einige um mich schnarchten. Bild Ich ging vor, bekam ein Schlafmittel (Sonata). Brachte nicht sonderlich viel, musste aber irgendwann eingeschlafen sein. Bild

Unsicher über den Stationsablauf versuchte ich, so viele Hinweise wie möglich zu behalten. Offensichtlich wurde mir den Tag davor erklärt, dass man einfach so in den Waschraum gehen konnte. Dann gab es Frühstück: es waren jede Menge Semmeln da, ebenso die Auswahl an Butter, Margarine, verschiedene Marmeladen, Schoko-Creme, Honig, Frischkäse (mit und ohne Kräuter). Kaffee und Tee gab's auch. Danach Medikamenteneinnahme. Ich sah, dass ich wieder L.o.r.a.z.e.p.a.m bekam. Mittagessen, Medikamenteneinnahme. Dort konnte man für den nächsten Tag entscheiden, welches "Menü" man möchte: Vollkost, Diät, vegetarisch und noch zwei gab's. Dasselbe auch beim Abendessen. Ich schlief fast den ganzen Tag. Vermutlich hatte ich noch ein Gespräch mit dem Psychiater. Bei der Visite waren "so viele" anwesend, dass ich mich nicht richtig reden traute. So viel waren das eigentlich nicht: der Psychiater, den ich hatte, ein zweiter Psychiater, der OA und die Pflegekraft, die an diesem Tag für mich zuständig war. Und mir kam es vor, als wären es doppelt so viele - aber doppelt sah ich jedenfalls nicht. Bild

An diesem Tag nahm ich war, dass in dieser Station ein Schlafsaal war: 2x4 Betten, sowie vier 2-Bett-Zimmer. Nur Weiblein. Es gab einen kleinen Aufenthaltsraum und einen großen, den beide Stationen benutzen konnte: Frauen und Männer. Für je vier Betten war eine Pflegekraft zuständig, ebenso ca. zwei allgemein unter der Woche, am WE nur einer "dazu". Alle waren sehr lieb und verständnisvoll. Es gab keine Hektik. Man konnte jederzeit zu seinem zuständigen Psychiater gehen (angemeldet und man kam dran, sobald möglich). Man musste nicht vor der Tür sitzen, bis er aus der Tür kam, sondern ging auf einen zu. In den großen Aufenthaltsraum ging von den Frauen kaum eine dorthin. Nur ein paar Männer: Bild , Hometrainer, Bild und Kicker waren offen zugänglich. Einige Pfleger von der Männerstation "streunten" hier deswegen umher. Später, als ich mit den WiCo malte, saß ich am "Schreibtisch", die Männer sahen zu und wir hatten meist recht gute, manchmal auch tiefsinnige Gespräche. Bild Von den Männern erfuhr ich meist ziemlich schnell, weshalb sie in der Geschlossenen waren. Was auch ein besonderes Erlebnis war, als ich einen Autisten kennenlernte. Natürlich fragte ich ihn sofort aus, denn diese Erkrankung hat mich schon immer fasziniert.

Schwer war für mich, innerhalb von drei Tagen dem Psychiater das anzuvertrauen, was mein Epileptologe im Laufe von drei Jahren erfuhr - und noch ein bisschen mehr. Ich hatte das Gefühl, als würde ich meinen Epileptologen "verraten", ich kann es so schlecht beschreiben. Auf jedenfall mit schlechtem Gewissen. Bild Dann der bekannte Lebenslauf. Was ging, versuchte ich herauszuschieben. Einmal fragte mich mein Psychiater in der Visite, ob ich schon fertig wäre. Nein, jeden Tag ein Jahr. Pech gehabt - er wollte ihn am nächsten Tag fertig haben. Wie da und in anderen Situationen meinte ich, dass ich das nicht schaffen würde. Dann meinte er, dass er wisse, dass ich es schaffe. Na, wenn der Arzt das sagt - er kann klar denken, dann wird's wohl stimmen. 8 DIN-A4-Seiten handgeschrieben "rundeten" um 22.00 h den Tag ab. Ich war schockiert, dass ich (scheinbar) nur Negatives erlebte. Bild Er beruhigte mich, dass ich das in meiner jetzigen Situation so sehe. Hmm, kann sein, aber wann und was hätte ich den Positives erleben sollen? Viel und intensiv konnte ich aufgrund der Medikamente eh nicht denken und so ließ ich es manchmal dabei. Beim Schreiben fiel mir allerdings auf, dass ich eigentlich noch nie eine Freundschaft hatte im Sinne des Wortes und sie länger als 2 y anhielt. Das war eine sehr ernüchternde Erkenntnis. Bild So manch anderes fiel mir auch auf und selbst als es mir besser ging, konnte/kann ich sagen, dass dies und jenes erschreckend war. Manchmal, wenn ich mich einfach nicht überwinden konnte, was zu sagen, musste er anhören: "Ich kenn Sie im Prinzip nicht und kann das einfach nicht sagen."

Wg. einer meiner Epilepsieform - Aufwach-Grand mal - versuchte ich zwar, nicht einzuschlafen, was oftmals sehr schwer war. (Mittlerweile ist es mir relativ egal, kommt einer, kommt halt einer. Warum und wieso weiß ich zwar auch nicht, obwohl sämtliche "Spielregeln" immer noch überschritten werden, bleibt meine relativ normale Anfallshäufigkeit.) Kurze Zeit darauf bekam ich mit, dass es dort Window-Color gab. Ich hatte im Prinzip noch nie damit gemalt, aber bevor ich den ganzen Tag Löcher in die Decke starrte ... ich fragte, ob ich damit malen dürfe. Ja. Dann fiel mir ein, dass eine Bekannte ein kleines Set hatte, jedoch ihr kleiner Sohnemann ihr nicht die Zeit gab, damit zu malen. Also ließ ich fragen, ob ich für sie die Winnie Puuh-Vorlagen malen soll/dürfe. So bekam ich ihre Farben dazu. Neben dem Essen und der Visite malte ich dann fast den ganzen Tag. Mit der Zeit konnte ich auch immer feiner malen. Zuerst große Bilder, dann immer kleinere - für Karten. Bald erfuhren einige im Bekanntenkreis davon und bekam ein paar Farben zugesteuert und mein Mann brachte mir von Angeboten weitere mit. Als ich mal was Größeres malte und es nicht einfach so zu einer Mahlzeit zurückstellen konnte, fragte ich, ob ich es stehen lassen dürfe. Der Psychiater meinte, dass ich das auf Eigenverantwortung machen könne. Wie sich das anhörte! In der Geschlossenen und dann wird einem doch noch Eigenverantwortung zugestanden. Kurz ratterte mein Gehirn die Mitpatienten durch, von denen ich wusste, weswegen sie da waren. OK, konnte ich verantworten: schnell zum Essen und war - wie meistens - die erste im großen Aufenthaltsraum.

Nach 8 Tagen wurde ich auf die Offene verlegt. D.h., alles was ich abgeben musste bekam ich, quittieren und ab. Dort oben angekommen, alles Einräumen. Ich war allein im Zimmer. Wartete auf das Gespräch mit dem Stationsarzt. Dann kam so nach und nach wieder intensive Suizidgedanken zurück. Eigentlich waren es seltsame Assoziation. Sie entstanden aufgrund der Beobachtung einer Krähe auf dem schneebedeckten Dach: sie ist frei, vogelfrei. Sie kann hingehen wo sie will, einfach so. Und dann so: und ich bin jetzt in der Offenen, ich könnte einfach so gehen. Es würde keiner bemerken. Und dann ... Nun kam endlich der Arzt, ich erzählte ihm davon. Es war seltsam: ich erzählte ihm alles, als wenn ich neben mir stehen und von einem Dritten berichten würde. Beantwortete Fragen, ohne dass der Gedanke aufkam, wie könnte man meine Antwort verstehen? Das Ende: ich war gerade 3 h auf Station als ich wieder unter Aufsicht ins Zimmer ging, alles wieder einpackte und es ging wieder 'runter in die Geschlossene. Mir war alles so peinlich. Bild Oberpeinlich. Habe mich von allen schön verabschiedet. Was würden sie über mich denken? Der Psychiater, die PflegerInnen, die Mitpatienten - auch die von der Männerstation, die ich im Aufenthaltsraum kennenlernte. Alle wünschten alles Gute und so und nun kam ich wieder. Und das Gefühl der Peinlichkeit wurde mit jedem Schritt mehr. Als dann die Tür aufgeschlossen wurde ... Ich hatte Angst, ich würde von den Mitpatienten ausgelacht werden. Bild Aus dem Behandlungszimmer kam mein Psychiater und ließ mich wissen, dass ich noch zu ihm kommen könne, wenn ich reden wolle, er wäre noch bis 19.00 h da. OK, registriert. Dann war das ganze Zeremoniell von der Abgabe wieder da. Und ich hatte alles schön verteilt verpackt. Bild Überdreht und hilflos, kraftlos, kaum denkend könnend sah ich die Sr. an. Dann nahm ich wahr, dass sie das übernommen hat und war sehr dankbar dafür . Schließlich wusste sie wahrscheinlich noch, was ich zurückbekam und musste einfach danach suchen.

Ich bekam "mein" Bett wieder. Ich ging in den Aufenthaltsraum, denn ich wollte keine Mitpatienten sehen, nicht evtl. hören: "Ich dachte, du wärst in der Offenen .." o.ä. Während ich wahrscheinlich wie ein Häufchen Elend Bild und wie ein Besucher an einem bestimmten Platz saß, kam der Autist. Ich monoton: "Bin wieder zurück." - "Na und?" - "Ist furchtbar peinlich und habe wohl alle enttäuscht." - Wir redeten eine zeitlang. Dann meinte er tröstend, Bild ich soll es wie ein PC-Absturz sehen. Einfach einen Neustart machen. Es war echt nicht viel, was er sagte und ich meinte dann, dass ich ihm ja nicht alles erzählen könne und vermutlich doch noch zum Psychiater gehen müsse. Schweren Herzens ging ich vor und meldete mich zum Gespräch. Bild In seinem Zimmer sah ich auf die Uhr: 18.40 h Auf einmal bekam ich Angst, Bild dass er wg. mir noch da ist und doch schon längst Feierabend hätte und seine Frau/Freundin wg. mir sauer sein würde, weil er so lange nicht heimkam. Er riss mir den Kopf nicht 'runter, war ruhig und geduldig, kein schräger Blick oder so. Auch die PflegerInnen. Irgendwann glaubte ich schließlich, dass ich "noch nicht so weit gewesen wäre". Von diesen Stunden kann ich mich nur noch bruchstückhaft erinnern. Auch die Nachtsr. beruhigte mich und versicherte, dass ich niemanden das Bett weg nähme (war ja meine volle Überzeugung) und keiner mir böse wäre oder so. Peinlich war mir das noch lange.

Nach 10 weiteren Tagen wurde ich abermals in eine Offene verlegt. Normale 3-Bett-Zimmer. Es war eine ganz andere Atmosphäre - geschlossen. Zu den Mahlzeiten wurde man nur punktgenau zu den Zeiten in den Speiseraum gelassen. Streit um den Kaffee. Bild Jeder hatte einen festen Sitzplatz. Damit kam ich nicht klar. Sowohl in den Aufenthalten im Mara in Bethel-Bielefeld als auch auf der Geschlossenen war's offener, angenehmer, teils auch persönlicher. Man hatte hier auch keine freie tägliche Menü-Auswahl. Ich widmete mich der WiCo-Malerei. Im Laufe der Woche wunderte ich mich, dass ich nicht in die sog. "BT" kam (erfuhr, dass das Beschäftigungstherapie heißt) und erkundigte mich. Weil ja schon ein paar, die nach mir kamen, darin waren. - Ich konnte mich ja selbst beschäftigen. - Ah ja, WiCo ist also Beschäftigung genug, so dass man an andere Möglichkeiten nicht mehr 'ran kam. - Es wäre ja für die, die sich von selbst nicht beschäftigen können. - Na gut, besser als gar nichts.

Ich nahm noch an einer Maltherapie teil. Obwohl die Leiterin etwas "komisch" war, glaubte ich, dass das sicher einen Sinn habe und es mir am Ende besser gehe würde. Aber jedes Mal, wenn ein Bild besprochen wurde, konnte man die Aggressivität im Raum fast schneiden. Egal was und wie man malte, hatte es eine größere Bedeutung. Manchmal empfand ich das an den Haaren herbei gezogen. Immer noch in der Hoffnung, dass das was brächte, machte ich die Therapie ambulant weiter, weil ich in der Nähe wohnte. Was der Auslösende Punkt war, weiß ich nicht mehr, aber ich erzählte ihr von dem 6-jährigen Mädchen, das ca. 1 y zuvor an einem Gliom starb. Ein Argument tat und tut mir sehr weh. Sie meinte, wer weiß, für was es gut war, dass sie gestorben wäre, was für Probleme sie nicht erleben bräuchte. Bild Mich zog das noch mehr runter. Es war pures Salz in eine Wunde, die immer größer wurde: Suizidgedanken. Halb heulend Bild und doch beherrschend ging ich zum OA der Tagklinik, auch wenn ich schon einen niedergelassenen Psychiater hatte und fragte ihn, ob ich M.i.r.t.a.z.a.p.i.n erhöhen dürfe. Ja. "Eigentlich" wollte ich ja mit ihm reden, als ich aber sah, dass er am PC beschäftigt war, Bild ließ ich davon ab - wollte ja nicht stören. Das nächste Mal am Ende der Therapiestd. sagte ich der Leiterin, dass mir das sehr wehgetan hatte und bitte sowas nicht mehr sagen soll - wenn's ginge - und sagte ihr, wieso und warum. Ich würde sie mit diesem Wissen erpressen. Perplex von dieser Antwort, wo mir doch das soviel Überwindung gekostet hatte, ging ich. Ich heulte und schaffte es nicht aufzuhören. Bild Nach 2 h schaffte ich es, wenigstens meinen Mann anzurufen, wann ich mit dem Zug ankomme, damit er mich vom Bhf. abholen kann. Bei der nächsten Therapiestd. entschuldigte ich mich, dass ich ihr das gesagt hatte und wie es mir danach gegangen ist. Ich hoffte, sie glaubt mir, dass es mir wirklich leid tat und nicht wollte, dass ich sie nicht unter Druck gesetzt fühlte wollte und nicht wusste, dass ich das tun würde, wenn ich das jemanden erzählte. Später meinte sie, wenn es mir wieder mal nicht gut gehe und damit ich nicht solange heule, in der Stadt einen DIN A3-Block und Wachsmalstifte kaufen und alles "wegmalen" soll. Toll! Mein "Notfallplan" schloss "wegschreiben" ein, weil ich nur das konnte - nicht malen. Sie rüttelte also an einem Standbein. Mir war wieder zum Weinen. Bild In der Stadt kaufte ich mir ein kleines Notizbüchlein und Stift und schrieb in meinem "Ungehorsam" alles weg. Und ich glaubte immer noch, dass mir das was bringen würde. Dass sie mich zu irgendwas reizt, was mir zu irgendwas verhelfen würde. Bei der nächsten Std. riss ich mich zusammen, Bild sagte nur das nötigste, ging schnurstracks in die Geschlossene - denn wer hatte schon L.o.r.a.z.e.p.a.m und kann es so verabreichen. Ich wollte etwas haben, falls ich wieder in so einen Heulkrampf komme. Außerdem kannte ich die Leute dort, wusste, dass sie mir nicht weh tun würden und hatte Vertrauen zu den Psychiatern. Der ehemals meinige war noch da, was das Ganze erleichterte. Ich bekam es. Bevor ich ging, musste ich jedoch erst mit ihm reden - fast 1 h.

Zweiter Termin beim Niedergelassenen stand an. Ich wollte wissen, wie ich und andere wissen würden/könnten, wann ich "reif" für die Geschlossene wäre. Weil nicht genug Vertrauen zu ihm da war, mailte ich den Psychiater in der Geschlossenen an, dass ich diese Frage kompetent beantwortet haben möchte und wenn der Niedergelassene es nicht tun würde, würde ich gern vorbei kommen. Und wann ich ungefähr käme. Was war? Nach meiner Frage: das beträfe ja nur Suizidgedanken, aber das EEG sehe OK aus. - Das wäre aber mein Problem. - Ja, er unter der Woche und am WE die Psychiatrie. Dann schrieb er ein Rezept heraus, drückte mir das in die Hand und verabschiedete sich. Das war's also. Nicht nachfragen oder zumindest was erzählen lassen - bei einem Termin? Wie wäre es dann, wenn ich keinen habe? Bild Also, dass das keine befriedigende Antwort war, war klar. So fuhr ich in die Geschlossene. Bild Der Psychiater wollte wissen, was ich verschrieben bekam und welche Dosierung. Ich hatte es noch gar nicht angeschaut und gab ihm das Rezept. Flouxetin, keine Dosierung. Er sah mich mit hochgezogenen Augenbrauen an. Ich kannte das Medikament nur in Verbindung als Medikament, das diejenigen bekamen, die einen Verwandten verloren haben - ein "Trauermedi". Dementsprechend verwundert sah ich zurück. - Wie ich das dosiert hätte, nachdem da nichts draufstand. - Im Beipackzettel steht sicherlich ein Vorschlag, nachdem hätte ich mich gehalten. Dann ging es noch hin und her, ein Arzt kam 'rein, er musste geh'n und ein Pfleger kam derweil ins Zimmer. Nach 'ner Zeit kam der Psychiater zurück, ich solle mitkommen: Zimmer vom OA - er, der andere Psychiater und schließlich der "meinige" in einem Raum - und ich wusste, ich kam hier nicht mehr 'raus. Bild Schob Panik. Es musste wohl alles der selbe Ablauf mit dem Abgeben gewesen sein, an das kann ich mich nicht mehr erinnern. Offensichtlich schaltet mein Hirn irgendwie ab, wenn ein für die momentane Situation extremer Druck da ist bzw. mit etwas nicht klar kam. "Bockig" fügte ich mich. Ich war nicht darauf eingestellt, da ich das letzte Mal (als ich das L.o.r.a.z.e.p.a.m bekam) auch wieder so gehen konnte. Bild Vier Tage wollte ich mit keinem der Mitpatienten Kontakt aufnehmen. Ging nicht ans Patiententelefon. Am vierten Tag redete ich mit der Nachtwache. Die Sr. war sehr lieb. Ihr wäre meine innerliche Ablehnung aufgefallen. Sie beruhigte mich, dass keiner von mir enttäuscht wäre etc. Dann erst entwickelte sich die Entspannung.

Kurz darauf meinte der Psychiater, dass "wir" ein Antiepileptikum (Levetiracetam) absetzen, um zu sehen, ob es die Depression triggere (es ist dafür bekannt). Er will mir mein LEV wegnehmen. Bild Ich saß hier fest, konnte weder ja noch nein sagen, denn bzgl. der Medikamente war ich von ihnen abhängig. In der Verzweiflung rief ich meinen Epileptologen an, sie wollen mir das LEV absetzen. Auch er beruhigte mich erst mal. Ich sagte ihm noch, dass ich darauf bestanden habe, dass sie sich erst mit ihm in Verbindung setzen sollen. Nach einer Zeit kam der Psychiater, teilte mir den Absetzmodus mit. Ich war sauer auf meinen Epileptologen. Bild Wie konnte er mir das nur antun? Der Tag war erst mal gelaufen. Am nächsten Tag überlegte ich: zum Epileptologen hatte ich mal gesagt, dass ich blindes Vertrauen hätte und er das wissen solle, wenn ich mal in Umstände käme, in der ich nicht selbst handeln könne (ich dachte eigentlich eher an einen Unfall mit Bewusstlosigkeit). Wenn er meinte, es könnte abgesetzt werden, wird er das sicherlich durchdacht haben. Mein Problem (Pharmakoresistenz) damit berücksichtigt hätte. Außerdem wollten "wir" mal eine Monotherapie mit Lamotrigin versuchen, jetzt wäre die ideale Möglichkeit: Bild rascheres Absetzen im klinischen überwachten Rahmen. Gut. Dass der Psychiater mit ihm in Verbindung setzte, rechnete ich auch hoch an, weil er einfach - zumindest in meinen Augen - die Kompetenz eines erfahreneren Arztes in einem anderen Indikationsgebiet nicht überging. Bild Der Modus war OK. Also, stellte ich mich innerlich so darauf ein, dass ich hinter diesen Therapieversuch stehen konnte. Ich hatte einfach übertrieben reagiert, war ja irgendwie in einer Situation, bei der für mich alles zu schnell ging und womit ich vorher oder jetzt keine Probleme gehabt hatte/hätte. In den kommenden 8 Wochen beschäftigte ich mich mit - was wohl? - WiCo malen. Bild

Einen Tag nach dem Absetzen erschienen Symptome, die für den Eintritt eines Grand mal sprachen. So bat ich, bis 9.00 h im Bett bleiben zu dürfen, dann wüsste ich, dass die Zeit vorbei wäre (gebeten deswegen, weil Frühsport war). Nein, ich solle mich darauf einlassen. Ich dachte mir, guter Mann, ich habe kein Angst vor 'nem Anfall, lediglich den evtl. Verletzungsmöglichkeiten aus dem Weg gehen. Aber bitteschön ... Er blieb zum Glück aus. Am nächsten Tag traten ähnliche Symptome auf, aber intensiver. Als ein weiteres Ereignis auftrat, legte ich mich hin. Meine Bettnachbarin fragte, ob sie Hilfe holen soll. Erst wollte ich nein sagen, weil es ja nichts schlimmes wäre, aber dann, weil ich in einer Klinik war, sagte ich ja. Immer mehr Bewusstseinspausen traten auf. Bild Ich wurde vor's Behandlungszimmer geschoben. Ich hoffte so, dass der Grand mal endlich käme, dann wäre alles vorbei. Nach einiger Zeit kam ich im Mess- und Wiegeraum wieder zu mir. Mit Sauerstoffgabe. Irritiert fragte ich, wie lange der Anfall gedauert habe, denn Sauerstoff? - 40 sec. - Warum ich Diazepam und Sauerstoff bekam? Das ist völlig unnötig, erst ab 5 min wäre es überlegenswert, Sauerstoff reiche völlig ab 10 min. - Sie haben das getan, was sie gelernt hatten. - Ja, dafür können sie ja nichts. Zur Sicherheit ließen sie das Gitter an beiden Seiten dran. Lieber übervorsichtig in etwas, was man nicht kennt, als zu nachlässig. Ich vermute, dadurch, dass sie mich nicht "normal" "auskrampfen" ließen, hatte ich ständig Myoklonien, sie wurden zwar im Laufe des Tages schwächer und weniger, aber es war trotzdem störend. Was mir am meisten zu schaffen machte, waren die nichtgekannten langen Bewusstseinspausen. Und jetzt kommt die liebste Erfahrung:

Die Sr., die für mich an diesem Tag für mich zuständig war, hielt die ganze Zeit über meine Hand. Wäre nicht nötig, aber liebevoll und es tat gut. Sie redete mir auch gut zu - nicht das Mitleids"gelaber". Zwischendurch stand sie auf und nahm mich in den Arm. Bild Irgendwann meinte sie augenzwinkernd: "Das habe ich jetzt gebraucht." Lieb!

Bild
Ich denk, das werde ich nie vergessen. Die lieben kleinen Gesten, Verständnis und die ausstrahlende Ruhe und ernstgenommen werden, habe ich nur dort erlebt. Vom Psychiater bis zu den PflegerInnen. In vielem reagierte ich kopflos, aber sie reagierten nicht sauer oder musste mir irgendetwas anhören. Oder mir wäre einfach so ein B.e.n.z.o oder AD verabreicht worden ohne Erklärung. Wenn ich nicht weiter wusste, konnte ich mich dort sogar überwinden, jemanden wg. einem Gespräch zu fragen. Ich kann es schlecht beschreiben. Jemand brachte den Vergleich, dass man wie ein kleines Vögelchen ist, sich nicht mehr auskennt, kopflos umherflattert und vielleicht sogar in den Abgrund stürzt. Die Geschlossene ist dann das Nest, das mit Daunen gepolstert ist. Man kann sich dort fallen lassen, die Augen schließen und das Herz erst mal wieder auf "normal" regulieren lassen. Ausschluss des Alltags, der diese Situation ausgelöst hat. Sich aufpäppeln lassen. Irgendwann liegt man nicht mehr, sondern sitzt am Nestrand, bereit und gestärkt, seinen nächsten Flugversuch zu starten. Und so kann ich das nur beschreiben und bestätigen. Über diese Crew kann ich nichts kommen lassen. Zwischendurch schreibe ich mal eine Karte. Selbst als ich im BKH Haar (unzensierte Form) in der Geschlossenen war - es war Verzweiflung und wollte sie wissen lassen, dass sie mir fehlten und dass sie so weiter machen sollen, denn das zermürbt nicht.

Bild
Wenn auch manche erschreckt über den Schlafsaal sind, so war es für mich doch ein Raum, der hoch und groß genug war, um Luft zu bekommen. Auch das Gefühl zu haben, nicht allein zu sein und es war mehr Anonymität als in einem mehr-Bett-Zimmer. Selbst als ich in eines der 2-Bett-Zimmer kam, war es für mich fast wie eine Strafe - aber die Türen waren ja offen. Ein Zimmer (auf der Nordseite) wurde frei, ich war stabil genug und so kam ich rein. Erst weigerte ich mich innerlich, in so einem Zimmer aufzuhalten und blieb tagsüber im großen Aufenthaltsraum. Bald sah ich jedoch auch den Vorteil: ich konnte schon früher mit den WiCo's anfangen und später aufhören. Bild

So, jetzt ist das auch ein Roman geworden. Bild Es gibt noch viele Einzelheiten, die ich gar nicht 'reinpacken konnte. Wenn was "gravierendes" oder wichtiges fehlt, werde ich es ergänzen. Bild

LG, Manuela
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Beitragvon Grau » 03 Okt 2006 16:49

Geschrieben Donnerstag, Juli 28, 2005 @ 17:20:27

Liebe Manuela,
danke für den Bericht. Ich muß ihn, glaube ich, morgen noch mal lesen, um alles zu erfassen.
Trotz allem Positven erschreckt er mich auch. Dieses Ausgeliefertsein kann einem vermutlich keine Klinik nehmen.
Später mehr,
Grau
Grau
 

Beitragvon Grau » 03 Okt 2006 16:50

Geschrieben Freitag, Juli 29, 2005 @ 19:39:34

Liebe Manuela,
habe noch mal alles gelesen, ich kann heute besser nachvollziehen, was schön war, was du als positiv empfandest. Ich glaube auch, dass es überall, selbst in der besten Einrichtung, Mitarbeiter gibt, die dort eigentlich nicht hingehören...genauso wie unbeabsichtigte Mißverständnisse...sowas gehört dann automatisch zum Lernprogramm, denn so ist es ja draußen auch. Außerdem verstehe ich deine Leidenschaft für WiCo...machst du das immer noch so gern?
Leider sind viele NIedergelassene alles andere als auf der Höhe...die sind furchtbar bedrängt, ihre Praxis wirtschaftlich zu führen und verlieren, das, was sie vielleicht eigentlich mal wollten, aus den AUgen, denn es läuft ja auch so... Bild
Viele Grüße von Grau
Grau
 

Beitragvon Dendrit » 03 Okt 2006 16:51

Geschrieben Dienstag, August 9, 2005 @ 14:04:03

Liebe Grau,

ja, überall "menschelt's". Solange es sich im normalen zwischenmenschlichen Rahmen abspielt, ist es auch OK. Na ja, Ausnahmen gibt es immer wieder mal. (Denk heute ja direkt positiv!) Bild

Meine Leidenschaft für WiCo ist immer noch da, auch wenn es eine Pause von ca. 1/2 y gab - "Künstlerpause". Bild Da ich Motive für Karten gemacht habe, überquillt allmählich das Fach. Family ist mit Karten eingedeckt. Jetzt mach ich mich an ein Mobile. Das habe ich in der Psycho-Somato angefangen. Und dann, dann werde ich noch ein Bild malen, das dann einen Glas-Effekt haben soll. Eines ist schon fertig, mit dem anderen fange ich nach dem Mobile an. Und dann ... Bild ... hab schon über einen Flohmarkt nachgedacht. Weiß noch nicht.

Bei uns scheint jetzt die Sonne und schick Dir auch sonnige Grüße!

Manuela
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Beitragvon Grau » 03 Okt 2006 16:52

Geschrieben Dienstag, August 9, 2005 @ 17:29:09

Liebe Manuela,
wenn du so viele Karten hast, dann stell sie doch ins Netz, zB für einen guten Zweck. (Ist ziemlich viel Eigennutz dabei, ich würde nämlich gern mal ein paar sehen Bild )
Oder mach mal eine Ausstellung oder Basar. (Wobei mir persönlich das zuviel Aktion wäre)
Künstlerpausen sind Atempausen.
Hier ist es saukalt. Vielleicht mach ich die Heizung an oder gehe gleich ins Bett.
Viele Grüße
Grau
Grau
 

Beitragvon Dendrit » 03 Okt 2006 16:53

Geschrieben Mittwoch, August 10, 2005 @ 00:10:44

Liebe Grau,

neugierig biste gar nicht? Bild Vielleicht 'ne gute Idee mit dem Netz. Nur: ich habe keinen Scanner. Doch den schon, aber ohne Kabel und Installations-CD nutzt er mir nix. Guter Zweck ist gut. Ich habe mir schon überlegt, ob ich das im Rahmen des "Tags der Epilepsie" mit einem Info-Stand in der Stadt machen soll und so etwas das SHG-Budget aufbessere. Allerdings, wie Du schreibst, ist das 'ne Menge Arbeit. Vielleicht bin ich auch zu ... (fällt kein Wort ein - romantisch vielleicht?), aber mit meinem Psychiatrie-Aufenthalt begann die "Abnabelung" zu den Verpflichtungen. So gern ich zwar wieder eine SHG gründen wollte bzw. sie weiter aufbauen, es ist irgendwie was anderes. Ich darf nicht mehr mein Herz 'reinbringen. Das ist aber in den Bildern. Die wiederum haben den Ursprung in der Geschlossenen in WÜ. Ich habe sogar noch ein paar, bei denen ich nicht weiß wohin, aber wegwerfen bring ich auch nicht fertig. Irgend eine Lösung wird sich schon finden. Vielleicht zum nächsten Forums-Treffen mitbringen und wer will, kann was nehmen, ob er/sie nun was geben will/kann oder nicht, is' ja eigentlich auch egal. Vielleicht nimmt das die "Obrigkeit" und dürfen ein Glas Wasser in das "Heiligtum" der Kaerpelin-Bibliothek 'reinnehmen. (Ist dort strikt verboten. Versteht zwar keiner, aber ... Bild ) Oder die onkologische Kinderstation. Da begann das Bewusstsein von dem kurzen Leben eines Kindes, an das ich auch mein Herz verlor.

Jetzt trieft's aber herzlich. Bild Zu viele Assoziationen. Vielleicht sollt' ich doch noch von dem Mädchen schreiben. Aber der Bericht würde unheimlich triggern. Deshalb trau ich mich nicht.
[Einfügung: hab's doch geschrieben: Tagebuch von C. J. K. (könnte triggern!)]


Ich glaub', ich muss doch 'ne Schlaftablette nehmen. Ich hoffte, ich werde vom Bildschirm müde genug - is' doch net so.
Bild Gute Nacht!

LG, Manuela
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Beitragvon Dendrit » 30 Dez 2006 14:23

Hallo,

habe gerade das heutige Datum aufgeschrieben: 30.12.2006 - 12.40 h

Das Besondere? Zu dieser Zeit, bzw. 1 h später, war ich vor 4 y unterwegs zum Bahnhof. Mit Sporttasche, Ausdrucke von Mails einer Bekannten; es war schrecklich kalt, etwas harter Schnee lag an manchen Stellen. Ziel: Psychiatrie der JMU Würzburg, Stat. AI - die Geschlossene.

So schrecklich auch der Gang war (wusste aber zu diesem Zeitpunkt nicht, dass ich in die Geschlossene komme), so positiv waren die Erlebnisse - besonders zum Personal. Es lässt den Horror vom BKH Haar in den Hintergrund stellen.

Fand ich grad so witzig, drum wollt' ich's hier eintragen. Und, auch wenn man den Tag vor den Abend nicht loben soll, das passt gerade gefühlsmäßig (nur dieses Lied): Oase 700

Und wer die Klinik mal sehen will: Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie (auf dem Foto auf der Seite "Infos zur Klinik" ist der für mich zuständige Psychiater und der Stationsarzt von der Geschlossenen nicht zu sehen, aber der OA, mit dem ich nicht klarkam (aber das sag ich lieber nicht :non: ); unten in der ersten Reihe, der 2. Arzt ist der OA von der VT-Station - das ist der, der gesagt hat, dass ich jederzeit wieder kommen könne, als ich die Therapie wg. der für mich zuständigen Ärztin milde ausgedrückt: nicht klarkam. Er muss irgendein höheres ..., ja also auf Kongressankündigungen steht er meist drauf, bei einiger Literatur usw.

Wenn ich's mir recht überlege :wundern: - ob ich das Angebot hätte annehmen sollen? Nein, was nutzt es, wenn ich mit einem klar komme, der OA ist, an den ich als Kassenpatient gar nicht rankomme? Wie der Speise"saal" (ist mehr ein Zimmer) ist, kurz angebundenes Personal ... nein. Da ist nur die Geschlossene empfehlenswert! :dance:

Jetzt muss ich aufhören, mit lauter Überdosierung wird das eh ein Kuddelmuddel geworden sein. Werde später noch mal Korrektur lesen.

LG, Manuela
Alle sagten, dass es nicht geht - da kam einer, der das nicht wusste, und tat es.
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